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Friendship Force Zeitzeugen in Varel
Christine (68) und Don (72) Bell, Mitglieder der beiden
englischen Friendship-Force-Vereine Newcastle und Northumbria, besuchten
vom 6. bis 13. September 2010 Hildburg und Eckard Sadzio vom Friendship
Force Club in Varel.
Schon seit 33 Jahren sind sie Friendship-Force-Mitglieder
fast ihr halbes Leben lang und somit auch Zeitzeugen des
Beginns von Friendship Force im United Kingdom (UK). Wir sind
die einzigen noch verbliebenen, aktiven Mitglieder aller britischen
Friendship-Force-Vereine aus der Anfangszeit, sagt Christine,
und wir haben bisher jedes Jahr Gäste aufgenommen.
Präsident Jimmy Carter hob anlässlich seines Besuches
in Newcastle am 7. Mai 1977 Friendship Force aus der Taufe. Aus
diesem Grunde wurde er mit der Auszeichnung der Stadt Honorary
Freeman geehrt.
Eine leere PanAm 747 Chartermaschine mit dem Namen Clipper
Friendship wurde von Brüssel nach Newcastle beordert
und brachte 381 Friendship Force Botschafter von Newcastle nach
Atlanta ein ganzes Flugzeug besetzt mit niemandem anders
außer den ersten Friendship Force Botschaftern.
Am 4. Juli 1977 morgens um 6.30 Uhr hob die Maschine in Newcastle
ab, musste aber in Shannon/Irland aufgetankt werden, denn die Startbahn
in Newcastle war zu kurz für eine voll betankte Maschine. Der
Pilot war geradezu schockiert von der Antwort, die er auf seine
Frage bekam: Wie viele solch großer Maschinen sind denn
schon hier gelandet? Die Antwort lautete: Ihr seid die
ersten!
Wayne Smith, Visionär und Gründer von Friendship Force,
pflegte bei Problemen immer zu sagen: Seid flexibel!
Diese Worte sind auch heute noch angemessen bei jeder Organisation
und Durchführung eines Friendship-Force-Austausches.
Frieden, Freundschaft und Verständigungsbereitschaft
so lautete das Friendship-Force-Motto in den Anfängen.

Don und Christine Bell (rechts) zu Besuch bei Eckhard und Hildburg
Sadzio
In Atlanta angekommen nahmen die britischen Botschafter
sofort an den Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag
(4.Juli) teil, nachdem sie ihre Gastgeber getroffen hatten. Was
für ein Durcheinander muss das gewesen sein, als 381 Briten
(Ehepaare, Singles, Männer und Frauen) mit ebenso vielen US-Bürgern
als deren Gastgeber zusammengeführt werden mussten. Aber dies
war in den Anfängen von Friendship Force völlig normal.
Die Botschafter erfuhren das Flugziel erst, nachdem sie ihren Austausch
bezahlt hatten. Ein wirkliches Abenteuer! Das änderte sich
aber in den folgenden Jahren.
Die Kosten für einen Charterflug mit zwei mal 5 Tage Familienaufenthalt
betrugen 149 britische Pfund.
Zurück zur Geschichte: Das gleiche Flugzeug, das 381 Bürger
aus Newcastle nach Atlanta befördert hatte, wurde sofort erneut
besetzt mit 381 US Bürgern aus Atlanta, die nach Newcastle
geflogen wurden. Wegen dieser gegenseitigen Besuche wird eine Friendship-Force-Reise
heute auch Austausch genannt.
Das Organisationskomitee in UK hatte 7 Wochen Zeit, Gastgeber und
Betten für die Flugzeugladung voll mit US Botschaftern
zu besorgen. So waren denn rund 1000 Personen in Austausche dieser
frühen Tage involviert. Allerdings hatte der Friendship-Force-Verein
Newcastle zu dieser Zeit auch 1400 Mitglieder.
Zehn Jahre später, aus Anlass der Feierlichkeiten zum 10-jährigen
Bestehen von Friendship Force, begrüßte Newcastle 1987
erneut 300 Botschafter aus allen Teilen der Welt und brachte sie
in Familien unter.
Heute ist Friendship Force International eine weltweit operierende
Organisation mit mehr als 370 registrierten Vereinen in nahezu 60
Ländern.
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